Präambel

Die in den letzten Jahren gewonnenen Erkenntnisse über den Nutzen des Kontakts mit Heimtieren für Kinder und Jugendliche machen es auch erforderlich, Kindern richtiges und sicheres Verhalten gegenüber diesen Tieren ebenso beizubringen wie die artgerechte Haltung und Pflege der verschiedenen Heimtierarten.

Im Bewusstsein, dass Heimtiere in Unterrichtsplänen die moralische, geistige und persönliche Entwicklung der Kinder fördern, der Schulgemeinschaft Nutzen bringen und neue Möglichkeiten für sinnvolles Lernen in verschiedenen Unterrichtsgegenständen eröffnen, haben die Mitglieder der IAHAIO bei ihrer Jahresversammlung im September 2001 in Rio de Janeiro die nachfolgenden Richtlinien zum Thema "Heimtiere in Schulen" verabschiedet.

Richtlinien

Die IAHAIO appelliert an alle Schulbehörden, Lehrkräfte und an alle Personen, die an Heimtierprogrammen für Schulen beteiligt sind, die folgenden Richtlinien zu berücksichtigen und einzuhalten:

  1. Programme über Heimtiere sollten, zu einem geeigneten Zeitpunkt, den Kindern direkten Kontakt mit solchen Tieren in der Klasse ermöglichen. Abhängig von den jeweiligen Schulbestimmungen und den verfügbaren Einrichtungen können diese Tiere:
    1. unter geeigneten Bedingungen in der Klasse gehalten werden oder
    2. von der Lehrkraft in die Schule mitgebracht werden oder
    3. im Rahmen eines Besuchsprogramms mit ihren BesitzerInnen zu Besuch kommen oder
    4. als Partnerhund für Behinderte ein Kind mit speziellen Bedürfnissen begleiten.
  2. Jedes Programm, das direkten Kontakt von Kindern mit Tieren vorsieht, muss sicherstellen, dass
    1. die beteiligten Tiere
      • sicher sind (speziell ausgesucht und/oder ausgebildet),
      • gesund sind (mit tierärztlicher Bestätigung),
      • auf die Schulsituation vorbereitet sind (z.B. an Kinder und, im Falle von Besuchstieren, auch an Ortsveränderungen gewöhnt),
      • ordnungsgemäß untergebracht sind (in der Schule oder zu Hause) und
      • unter ständiger Aufsicht eines sachkundigen Erwachsenen stehen (Lehrkraft oder BesitzerIn),
    2. auf die Sicherheit, die Gesundheit und die Gefühle jedes einzelnen Kindes in der Klasse Rücksicht genommen wird.
  3. Vor der Anschaffung von Tieren für die Klasse oder der Durchführung eines Besuchsprogramms mit Heimtieren, die den oben genannten Anforderungen gerecht werden, müssen sowohl die Schulverantwortlichen als auch die Eltern informiert und vom Wert solcher Kontakte überzeugt werden.
  4. Es gilt, präzise Lernziele zu definieren, welche die folgenden Anforderungen erfüllen:
    1. Verstärkung des Wissens und der Lernmotivation in verschiedenen Unterrichtsgegenständen,
    2. Förderung des Respekts und des Verantwortungsbewusstseins gegenüber anderen Lebewesen,
    3. Berücksichtigung des Ausdrucksvermögens und des Engagements jedes einzelnen Kindes.
  5. Sicherheit und Wohlbefinden der beteiligten Tiere müssen zu jedem Zeitpunkt gewährleistet sein.
(Fassung 29. Oktober 2001)