Können Tiere dazu beitragen, Jugendlichen einen verständnisvolleren Umgang mit ihrer Umwelt zu lehren? Das Institut für Interdisziplinäre Erforschung der Mensch-Tier-Beziehung (IEMT) will an seiner Podiumsdiskussion vom 17. April im Rahmen der Vetsuisse Fakultätstage des 175-jährigen Jubiläums der Universität Zürich, Möglichkeiten und Grenzen der Gewalt-Prävention mit Unterstützung von Tieren aufzeigen. Die Diskussion soll zum Nachdenken anregen und zu weiteren Gesprächen auf breiter Ebene führen.

Zürich, 7. April 2008 - Jugendgewalt - ein Thema, das immer wieder zu neuen Schlagzeilen führt. Die Motivation zur Gewaltanwendung ist vielfältig. So können z.B. fehlende Perspektiven, ganz normaler Teenager-Knatsch im Elternhaus oder auch fehlende Bestätigung und Anerkennung zu Tätlichkeiten mit erschreckenden Ausmassen führen. Eltern wie Politiker, Lehrer wie
Jugendliche selbst fragen sich, wieso es immer wieder zu heftigen Reaktionen kommen und wie dieser Tendenz begegnet werden kann.
Wir wissen heute, dass Tiere den respektvollen Umgang mit der Umwelt fördern und unterstützen können. So haben sie in unserer heutigen Gesellschaft eine neue Rolle übernommen. Es geht schon lange nicht mehr nur um den landwirtschaftlichen Nutzen. Hunde und Katzen, aber auch Pferde, Kaninchen und andere Tiere übernehmen vermehrt die Aufgabe von psychologischen Begleitern und leisten wertvolle Unterstützung in tiergestützten Therapien. Tiere reagieren unmittelbar, sind unparteiisch und können sogar den menschlichen Charakter spiegeln. Doch – ist das Tier somit das „Allerweltsheilmittel“, das alle Gewaltprobleme für unsere Gesellschaft löst? Wann und wie macht es Sinn, mit Tieren zu arbeiten? Und hat das Tier selbst auch etwas dazu zu sagen? Menschen brauchen Tiere, doch wie sehr brauchen Tiere den Menschen?
Christine Loriol führt am Donnerstag, 17. April 2008 ab 19.15 h durch die Diskussionsrunde. Podiumsteilnehmer sind:
  • Jacqueline Fehr, Nationalrätin
  • Martin Vinzens, Direktor Strafanstalt Saxerriet
  • Rahel Locher, Teammitglied Projekt Gewaltprävention Dr. Manuel Eisner.
  • Dr. Manuel Eisner ist Reader für Soziologische Kriminologie und Stellvertretender Institutsleiter am Kriminologischen Institut der Uni Cambridge sowie Privatdozent an der Universität Zürich
  • PD Dr. Dennis Turner, Ethologe und Privatdozent an der Universität Zürich sowie Präsident IEMT Schweiz
Das Institut für interdisziplinäre Erforschung der Mensch-Tier-Beziehung (IEMT) hat sich zum Ziel gesetzt, die vielfältigen Aspekte der Beziehung zwischen Menschen und ihren Heimtieren zu erforschen und die Ergebnisse interessierten Kreisen zugänglich zu machen. Zu den Schwerpunkten des Vereins gehören die verantwortungsvolle Haltung und Pflege von Heimtieren genauso wie die Analyse des alltäglichen Zusammenlebens von Mensch und Tier. Das IEMT arbeitet eng mit verschiedenen wissenschaftlichen Fakultäten und Instituten zusammen.
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